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AHS Winkeläckerstraße

Städtebauliches Konzept

Der Entwurf für die AHS Winkeläckerstraße entwickelt einen kompakten, länglichen Baukörper, der sich entlang der Nordwest-Südost-Achse des Grundstücks orientiert. Die klare Gebäudestruktur schafft eine übersichtliche Organisation der schulischen Funktionen und ermöglicht zugleich großzügige, differenzierte Außenbereiche.

Ein durchgehender Fuß- und Radweg verbindet die Winkeläckerstraße im Nordwesten mit der Karl-Gramm-Gasse im Südosten und bindet das Schulareal in die Umgebung ein.

Die vorhandene Topografie wird gezielt in das Entwurfskonzept integriert. Eine rund drei Meter tiefe Geländesenke im Südosten ermöglicht die abgesenkte Anordnung der Sporthallen. Durch die Nutzung des natürlichen Geländeversprungs und die Wiederverwendung des Aushubs auf dem Grundstück werden umfangreiche Erdbewegungen reduziert und zusätzliche Freiflächen geschaffen.

Raumorganisation und Lernlandschaften

Das räumliche Zentrum der Schule bildet eine großzügige Aula, von der aus sämtliche wesentlichen Funktionsbereiche erschlossen werden. Zwei offene Kaskadentreppen mit integrierten Sitzstufen verbinden die Geschosse und entwickeln die vertikale Erschließung zu einem kommunikativen Aufenthaltsraum.

Atrien, Galerien und gezielte Dachöffnungen schaffen vielfältige Blickbeziehungen und versorgen die innenliegenden Bereiche mit natürlichem Tageslicht.

Im Erdgeschoss befinden sich die Verwaltung, gemeinschaftlich genutzte Bereiche, der flexibel erweiterbare Speisesaal sowie die Turn- und Gymnastiksäle. Eine separate Erschließung ermöglicht die unabhängige Nutzung der Sport- und Veranstaltungsbereiche außerhalb des Schulbetriebs.

Die 16 Stammklassen der Sekundarstufe I sind im ersten Obergeschoss in vier überschaubaren Lernclustern organisiert. Offene Lerninseln, Loggien und Terrassen erweitern das Raumangebot und ermöglichen unterschiedliche Formen des Lernens und Zusammenarbeitens.

Die Sekundarstufe II ist nach dem Departmentprinzip organisiert. Fachbereiche für Kunst, Naturwissenschaften, Geisteswissenschaften und Sprachen werden durch großzügige Homebases als individuelle Lern- und Aufenthaltsbereiche ergänzt.

Architektur und Freiraum

Die Architektur verbindet eine kompakte Baukörperform mit einer offenen, kommunikativen Raumstruktur. Eine hinterlüftete Holzfassade verleiht dem Gebäude einen warmen, natürlichen Ausdruck.

Vorgestellte Stahlkonstruktionen mit Pflanztrögen ermöglichen eine vertikale Begrünung der nordöstlichen Fassade. Im Südwesten erweitern Balkone, Terrassen und begrünte Dachflächen das Raumangebot. Insbesondere die Dachbereiche über den abgesenkten Sporthallen werden als zusätzliche Aufenthaltsflächen und Lernräume im Freien genutzt.

Konstruktion und Nachhaltigkeit

Das Gebäudekonzept folgt einem ressourcenschonenden Ansatz mit hohem Vorfertigungsgrad und rückbaubaren Bauteilverbindungen. Die hinterlüftete Holzfassade wird lösbar mit der Stahlbetonstruktur verbunden und ermöglicht eine spätere Anpassung oder Demontage.

Begrünte Fassaden und Dachflächen verbessern das Mikroklima und tragen zum sommerlichen Wärmeschutz bei. Transluzente Photovoltaikelemente auf Terrassenüberdachungen verbinden Energiegewinnung mit konstruktivem Sonnen- und Witterungsschutz.

Natürliche Belichtung über Atrien und Dachöffnungen sowie die Möglichkeit zur Querlüftung der Sporthallen ergänzen das energieeffiziente Gesamtkonzept.

Der Entwurf verbindet zeitgemäße pädagogische Raumkonzepte mit einer klaren architektonischen Organisation und einem verantwortungsvollen Umgang mit Grundstück, Topografie und Ressourcen.

Projektinformationen

  • Projekt: AHS Winkeläckerstraße
  • Jahr: 2025
  • Ort: Winkeläckerstraße, 1210 Wien
  • Schwerpunkt: Bildungsbau / Schulbau / Nachhaltigkeit
  • LP: Wettbewerbsentwurf
  • Status: Wettbewerbsbeitrag