Städtebauliches Konzept
Der Entwurf für die Volksschule Fürstenbrunn orientiert sich an der kleinteiligen Bebauungsstruktur und der landschaftlichen Umgebung des Salzburger Ortsgebiets. Um den örtlichen Maßstab aufzunehmen, wird das Gebäude in vier ineinander verschränkte Volumen gegliedert, die gemeinsam einen T-förmigen Baukörper bilden.
Der dreigeschossige Straßentrakt verläuft parallel zum Salzweg und wird von einem um 90° gedrehten, zweigeschossigen Baukörper mit zentraler Aula durchdrungen. Westseitig schließen der Turnsaal und seine Nebenräume an.
Durch diese Anordnung entstehen zwei unterschiedlich charakterisierte Freiräume: ein öffentlicher Vorplatz mit klar definiertem Haupteingang im Osten und ein geschützter Spiel- und Bewegungsbereich für die Volksschule im Westen.
Raumorganisation und Lernlandschaften
Die großzügige Aula bildet das räumliche und funktionale Zentrum der Schule. Sie verbindet die unterschiedlichen Eingänge mit den Unterrichtsbereichen, der Zentralgarderobe, dem Speisebereich, dem Turnsaal und den angrenzenden Freiräumen.
Eine zentral angeordnete Treppe wird durch wechselnde Laufrichtungen, offene Lufträume und vielfältige Blickbeziehungen zum skulpturalen Element. Sie dient nicht nur der vertikalen Erschließung, sondern prägt als kommunikativer Treffpunkt die räumliche Identität des Gebäudes.
Die Unterrichtsräume sind in überschaubaren Clustern aus jeweils vier Stammklassen und zwei Gruppenräumen organisiert. Erweiterte Erschließungsflächen schaffen offene Lern- und Aufenthaltszonen. Einer der Gruppenräume kann zum Gangbereich geöffnet und als gemeinschaftlicher Zentralraum genutzt werden.
Musik-, Freizeit- und Ganztagesbereiche sind räumlich von den Unterrichtsclustern getrennt und verfügen über direkte Verbindungen zu den Außenflächen. Im Erdgeschoss ergänzen drei eigenständig erschlossene Wohnungen das Raumprogramm.
Freiraumkonzept
Das Freiraumkonzept unterscheidet zwischen schulischen und öffentlich nutzbaren Bereichen und entwickelt eine vielfältige Landschaft zum Spielen, Lernen und Begegnen.
Die teilweise in das Gelände eingebundenen Turnsaal-Nebenräume formen einen begrünten Hügel, der als topografisches Spielelement und Verbindung zwischen den unterschiedlichen Freiraumniveaus dient.
Auf dem Dach des Turnsaals entsteht ein großzügiger Außenbereich für die Ganztagesschule mit Sport- und Spielflächen. Kulturgärten, Hochbeete, schattige Aufenthaltsbereiche und ein Abenteuergarten mit Klettermöglichkeiten ergänzen das Angebot.
Eine Abfolge aus öffentlichem Spielplatz, Gemeinschaftsbereich, Schulvorplatz, Obstgarten und verkehrsberuhigter Spielstraße verbindet die Schule mit dem bestehenden Kindergarten und dem umliegenden Ortsgebiet.
Konstruktion und Nachhaltigkeit
Die Konstruktion folgt einem materialgerechten Holz-Hybridkonzept. Gründung, Kellergeschoss und erdberührte Bauteile werden aufgrund der erhöhten Hochwasseranforderungen in Stahlbeton ausgeführt. Die darüberliegenden Geschosse sind in Massivholzbauweise mit vorgefertigten Bauelementen und hinterlüfteter Holzfassade konzipiert.
Sichtbeton im Erdgeschoss, natürliche Holzoberflächen und eine unbehandelte Lärchenschalung prägen den architektonischen Ausdruck. Die Materialien dürfen ihre natürliche Patina entwickeln und schaffen eine robuste, langlebige Gebäudehülle.
Das Energiekonzept sieht eine Grundwasserwärmepumpe, Photovoltaik und eine kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung vor. Natürliche Querlüftung, konstruktiver Sonnenschutz und begrünte Dachflächen ergänzen den energieeffizienten Ansatz.
Der Entwurf verbindet eine kompakte, wirtschaftliche Gebäudestruktur mit flexiblen Lernräumen und einer vielfältig nutzbaren Freiraumlandschaft.