Konzept
Der Entwurf untersucht die Nachverdichtung einer bestehenden Liegenschaft in St. Pölten durch die Errichtung von sechs Mikroapartments. Durch den Abbruch ehemaliger Stallungen entstehen neue Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb der bestehenden Bebauungsstruktur.
Die sechs Einzimmerwohnungen werden in zwei schlanken, turmartigen Baukörpern übereinander gestaffelt. Die kompakte Anordnung berücksichtigt die beengten Grundstücksverhältnisse und nutzt die räumlichen Möglichkeiten des Innenhofs und des Stiegenhausbereichs zur natürlichen Belichtung.
Raumorganisation und multifunktionales Möbel
Das zentrale Entwurfselement bildet ein multifunktionales Möbel, das die Einzimmerwohnungen räumlich strukturiert und sämtliche wesentlichen Wohnfunktionen auf kleinstem Raum vereint.
Im Möbelkörper sind der Sanitärbereich und eine Schlafmöglichkeit integriert. Zum Eingangsbereich orientiert sich eine Garderobe, während die dem Wohnraum zugewandte Seite als kompakte Küchenzeile mit Kühlschrank, Stauraum und aufklappbarem Esstisch ausgebildet ist. Ein großzügiger Garderobenbereich ergänzt die Schlafzone.
Durch die Konzentration der Funktionen in einem zentralen Einbaumöbel bleiben die angrenzenden Wohnflächen weitgehend offen und flexibel nutzbar. Die klare Trennung von dienenden und offenen Wohnbereichen schafft trotz geringer Grundfläche unterschiedliche räumliche Qualitäten.
Konstruktion und Vorfertigung
Die beiden schlanken Baukörper sind als vorgefertigte Holzkonstruktionen konzipiert. Die modulare Bauweise ermöglicht eine kurze Bauzeit und reduziert die Eingriffe in die bestehende Bebauung.
Sämtliche wesentlichen haustechnischen Installationen werden im zentralen Möbelkörper gebündelt. Ein integrierter, geschossübergreifender Installationsschacht ermöglicht die vertikale Führung der Ver- und Entsorgungsleitungen.
Das Projekt verbindet die effiziente Nutzung innerstädtischer Grundstücksreserven mit einer kompakten Wohnorganisation, multifunktionalem Möbeldesign und einer ressourcenschonenden Holzbauweise.