Konzept
Cubic Typo untersucht das Verhältnis zwischen Typografie, räumlicher Geometrie und visueller Wahrnehmung. Ausgangspunkt ist die Idee, Buchstaben nicht als zweidimensionale Zeichen, sondern als dreidimensionale Raumstrukturen zu entwickeln, deren Lesbarkeit vom Standpunkt des Betrachters abhängt.
Während aus einer definierten Perspektive ein eindeutig lesbarer Buchstabe entsteht, erscheint dieselbe geometrische Struktur aus anderen Blickwinkeln als abstrakte Raumskulptur. Die Wahrnehmung wird damit zum wesentlichen Bestandteil des Entwurfs.
Geometrisches System
Grundlage bildet ein Würfel, der in 64 gleich große Raumsegmente unterteilt wird. Durch die gezielte Anordnung und Transformation dieser Segmente entsteht ein dreidimensionales Alphabet von A bis Z.
Die einzelnen Buchstaben werden innerhalb der geometrischen Grenzen des Würfels konstruiert. Aus einer festgelegten isometrischen Perspektive fügen sich die räumlich angeordneten Elemente zu einem lesbaren Zeichen zusammen.
Das System ermöglicht die Transformation zweidimensionaler Typografie in dreidimensionale Objekte und untersucht dabei die Beziehung zwischen geometrischer Ordnung, räumlicher Struktur und visueller Projektion.
Raum und Wahrnehmung
Das Projekt beschäftigt sich mit der Frage, wie sich Bedeutung durch den Standort des Betrachters verändert. Die räumlichen Zeichen bewegen sich zwischen Lesbarkeit und Abstraktion, zwischen typografischem Symbol und autonomer Skulptur.
In Anlehnung an das filmische Prinzip des „Point-of-View-Shots“ wird der Betrachter zum aktiven Bestandteil der Wahrnehmung. Erst durch die Wahl einer bestimmten Perspektive erschließt sich die typografische Information.
Die Arbeit verbindet die strenge Ordnung eines geometrischen Systems mit einem spielerischen Zugang zu Raum und Sprache. Typografie wird dadurch nicht nur gelesen, sondern als räumliche Erfahrung wahrgenommen.